Praktische
Hinweise zum Vorstellungsgespräch
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2. Informationen über Ausbildung, Unternehmen, Ausbildungsverlauf, Arbeitszeit, Ausbildungsvergütung usw. |
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Praktische Hinweise zum Vorstellungsgespräch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb
Begrüßung und erster Eindruck
Der erste Eindruck prägt sich vielfach fest ein. Daher ist eine verbindliche Begrüßung (mit Nennung des Namens) wichtig. Eine Begleitung der Eltern ist positiv zu werten. Sie dürfen allerdings nicht zu sehr das Gespräch dominieren. Eltern achten auf andere Dinge wie der Azubi: Unterkunft, Arbeitswirtschaft, Ordnung im Betrieb und Haushalt sowie die familiären Verhältnisse. Der junge Azubi lässt sich eher von einer größeren Flächen- und Maschinenausstattung beeindrucken. Dabei wird der Umfang der Stallarbeiten oftmals unterschätzt.
Vorbildung und Vorstellungen/Interessen/Neigungen des Auszubildenden
Auskünfte über schulische Vorbildung und schulische
Leistungen sind zwar von Interesse, sollten jedoch nicht überbewertet werden
für die praktische Tätigkeit im Betrieb. Aber bei schwachen Azubis evtl.
Probleme mit der Berichtsheftführung nicht unterschätzen.
Welche Vorstellungen/Vorkenntnisse und Neigungen hat der
Jugendliche von dem Beruf und der Arbeit in der Landwirtschaft? Weshalb will er
gerade diesen Berufsweg einschlagen? (Maschinenfreak oder Züchterneigungen?
Übernahme des elterlichen Betriebes? Wunsch der Eltern? Eigene Passion oder
Motivation? Verklärte Vorstellungen vom Leben auf dem Lande oder Illusionen vom
alternativen Landbau?
Hier muss sich der Azubi unbedingt selbst äußern
("Vorstellungsgespräch")! Wenn hier Bedenken bestehen, dann unbedingt
sofort und direkt die Ablehnung aussprechen.
Ausdrücklich Fragen nach besonderen Wünschen des Azubis
oder der Eltern, die sich später u.U. nicht oder nur schwer gemeinsam
verwirklichen lassen (z.B.: Vereinssport und Turnierbesuch, Jagdschein und
Führerschein, Jagdhornblasen oder Tanzkurs, Urlaubspläne oder Besuch der
Freundinnen, Mithilfe im elterlichen Betrieb (Doppelbelastung),
Mitbringen des eigenen Pferdes oder Hundes, u.v.m.
Vorstellung des Betriebes
Eine angemessene Betriebsbesichtigung mit Schilderung der
betrieblichen Strukturen (Lohnarbeiten, Pachtungen, Betriebsteilung, o.ä. und
Schilderung des regelmäßigen Tagesablaufes (Beginn, Pausen, Ende!!) ist
selbstverständlich. Ebenso sollten die verschiedenen Aufgabenbereiche und deren
Verteilung auf die mithelfenden Familienangehörigen (Altenteiler, Ehefrau,
Onkel, Nachbarschaftskinder) erläutert werden. Wird der Azubi an alle Arbeiten
der Innen- und Außenwirtschaft herangeführt? Wird er mit allen Maschinen
arbeiten können?
Derzeitigen Azubi nicht "verschwinden" lassen,
sondern zumindest vorstellen oder diesen bei dem Betriebsrundgang mit
einbeziehen. Darüber hinaus die Wohnmöglichkeiten mit Zimmer mit Schreibtisch,
Wasch- und Duschgelegenheit, usw. zeigen.
Wie stark wird der Ausbilder durch ehrenamtliche Tätigkeiten
in Anspruch genommen?
Wie häufig wird voraussichtlich der Auszubildende vom
Betrieb abwesend sein? (aufgrund verschiedenster Anlässe wie Sport,
regelmäßige Mithilfe oder Baumaßnahmen auf dem elterlichen Betrieb, Urlaub
usw.)
Kernpunkte des Ausbildungsvertrages
Aufschlüsselung des Bruttolohns, Verrechnung der
Sachleistungen, Sparzulagen, tarifliche und übertarifliche Vergütungen?
Erledigung außergewöhnlicher Arbeiten wie saisonale
Arbeitsspitzen, geplante Baumaßnahmen, Waldarbeit, Schweine und Puten verladen,
Kalbungen?
Regelmäßige tägliche Arbeitszeiten, Erwartungen bzgl. der
Arbeit vor und nach dem Berufsschulbesuch? Unbedingt sind die Erwartungen bzgl.
der Wochenenddienste verbindlich zu besprechen!
Dauer der Probezeit? Vereinbarung zur Vertragsdauer infolge
Beendigung des Ausbildungsverhältnisses durch vorzeitiges Bestehen der
Abschlussprüfung. Vergütung nach der Abschlussprüfung?
Können alle geforderten Ausbildungsinhalte wie z.B.
Reproduktion, Grünland, u.a. im Betrieb bzw. in dem Ausbildungsverbund der
Betriebe vermittelt werden? D.h.: Passen die verschiedenen Ausbildungsbetriebe
zueinander?
Erwartungen bzgl. einer korrekten Berichtsheftführung und
regelmäßigen Durchsicht des Berichtsheftes!
Aufnahme in die häusliche Gemeinschaft
Familienanschluss bedeutet: Vertrauensverhältnis, Anpassung,
Rücksichtnahme, Verschwiegenheit und Diskretion zu familiären und
betrieblichen Dingen, aber auch ein gewisses Maß an persönlichem Einsatz für
die Familie und den Betrieb, der zeitweilig auch über das Normalsoll hinausgeht
(sich einbringen").
Evtl. Hinweis auf ungeschriebene Hausordnung
Aussprache zu den Eßgewohnheiten wie z.B.: Vorlieben,
Eigenarten, Zugang zu den Vorräten, Anzahl der Mahlzeiten, Alkoholgenus,
Rauchverhalten, Fleischverzehr (?), Mithilfe beim Abräumen des Tisches?
Tischgebet? Mit Arbeitskleidung am Tisch oder vorher umziehen? Erwartungen bei
weiblichen Auszubildenden bzgl. Hausarbeit?
Waschen und Pflege der Kleidung (Bettwäsche,
Arbeitskleidung, private Kleidung, Kennzeichnung der Wäsche), Aufräumen des
Zimmers?
Klärendes Gespräch zur Konfession und zum evtl.
sonntäglichen Kirchgang, damit diesbezüglich Wünsche/Vorstellungen
berücksichtigt werden können.
Möglichkeiten der Feierabend- bzw. Freizeitgestaltung
abklären: Mitarbeit in Jugendgruppen, Vereinssport, Vergabe eines
Haustürschlüssels? Rückkehr am Abend oder Ausgang bis zum Wecken? Hinweis auf
mangelnde Arbeitsqualität, Übermüdung und Unfallgefahren ist angebracht.
Können Wünsche der Eltern zur Erziehung des Sohnes/der
Tochter berücksichtigt werden? Besuch des Elternhauses während der Woche? oder
vollständiger Heimschläfer?
Auf Besonderheiten, die später u.U. als Mangel empfunden
werden könnten, ist in offener Aussprache hinzuweisen wie z.B. einsame Lage des
Betriebes, Entfernung zur Berufsschule, Rücksichtnahme auf Altenteiler,
Pflegepersonen, Nichtraucherfamilie, Kinderbetreuung, Baumaßnahmen, Hilfen bei
der Direktvermarktung von Spargel, Kartoffeln, Eiern u.a., spezielle Arbeiten
außerhalb der normalen Arbeitszeiten (Kalbungen, Schweine verladen, ...)
Berufstauglichkeit und körperliche Belastungen
Gesundheitliche Einschränkungen des Azubis erfragen wie z.B.
Rückenprobleme, Allergien, Diabetes, Farben- und Nachtblindheit, Lern- und
Konzentrationsschwächen, u.a. Hinweis geben auf die Untersuchungspflicht bzgl.
der Berufstauglichkeit bei Jugendlichen vor Ausbildungsbeginn (ärztliches
Attest durchaus sinnvoll auch bei volljährigen Azubis).
Hinweis geben auf eigene gesundheitliche Einschränkungen.
Abschluss
I
n der Regel wird eine Bedenkzeit bis zur endgültigen Entscheidung vereinbart. Zur weiteren Verständigung sollten Namen, Anschriften und Telefonnummern notiert werden und es sollte auf einer verbindlichen Rückmeldung innerhalb eines angemessenen Zeitraumes (2-3 Wochen) bestanden werden, um die Ungewissheit nicht unnötig in die Länge zu ziehen.
Um Ihnen den Kontakt mit einem Arbeitgeber zu erleichtern, sind hier ein paar Bewerbungstipps zusammengestellt.
Bewerben Sie sich grundsätzlich mit vollständigen Bewerbungsunterlagen!
Die vollständigen Bewerbungsunterlagen bestehen aus:
- einem persönlichen Anschreiben (liegt obenauf)
- einer Bewerbungsmappe (= Anlage zum Anschreiben)
Die Bewerbungsmappe sollte Folgendes beinhalten:
- ein Deckblatt mit Lichtbild
- einen Lebenslauf (am besten tabellarisch)
- Sollten weitere Angaben wie polizeiliches Führungszeugnis, Arbeitsproben oder
ein Gesundheitszeugnis ausdrücklich gefordert sein, so sollten Sie diese auch
beifügen.
Äußere Form der Bewerbungsunterlagen:
- Weißes Briefpapier oder hochwertiges Recyclingpapier. Auch beim
Briefumschlag sollten Sie nicht sparen. Am besten verwenden Sie Briefumschläge
mit Kartonrücken.
- Bewerbungen werden üblicherweise nicht per Einschreiben oder Eilboten
verschickt. Ganz wichtig: achten Sie auf ausreichende Frankierung!
- Auf dem Briefumschlag dürfen sich neben den Briefmarken nur noch der
Adressaufkleber und Ihr Absender befinden. Als Hefter sollten Sie einen Klemmhefter der Marke Duraclip oder einen
ähnlichen verwenden.
Inhaltliche Form der Bewerbung:
Das Bewerbungsanschreiben: Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihrem zukünftigen
Arbeitgeber mitzuteilen, warum Sie Interesse an der ausgeschriebenen Stelle
haben und warum Sie für diese Stelle geeignet sind. Das Anschreiben sollte
weder von falscher Bescheidenheit noch von Überheblichkeit geprägt sein. Zudem
ist es das erste, was der zukünftige Arbeitgeber über Sie erfährt.
Das Anschreiben sollte nicht länger als 2 DIN A 4 Seiten sein.
Das Bewerbungsanschreiben sollte enthalten:
- Im Betreff die Stelle, auf die Sie sich bewerben.
- Die Bekundung des Interesses an der ausgeschriebenen Stelle
- Eine kurze Darstellung Ihrer Person.
- Einen Hinweis auf Kenntnisse, Erfahrungen oder Eigenschaften.
- Begründung, warum Sie sich um diese Stelle bewerben und dafür besonders
geeignet sind.
Achten Sie auf:
- Ein nicht zu ausführliches Anschreiben. Nehmen Sie nicht Ihren kompletten
Lebenslauf vorweg!
- Kurze, unkomplizierte Sätze, keine Wiederholungen.
- Eine persönliche Schlussformulierung wie: "Zu einem persönlichen
Gespräch stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung und freue mich über Ihre
Einladung".
- Eine Grußformel, üblicherweise: "Mit freundlichen Grüßen" und
Unterschrift.
Der Lebenslauf:
Der Lebenslauf, in der Regel tabellarisch, ist das Kernstück der Bewerbung.
Er sollte übersichtlich und klar gegliedert sein und mit Hilfe einer
Textverarbeitung erstellt worden sein. Handgeschriebene Lebensläufe sind eher
unüblich, werden jedoch manchmal ausdrücklich gefordert.
Er sollte zunächst Ihre Person, dann Ihre Qualifikation und dann Ihren
beruflichen Werdegang enthalten. Heben Sie positive Abschnitte durch
ausführlichere Beschreibungen hervor.
Sie sollten für jede einzelne Bewerbung sowohl das Bewerbungsanschreiben als
auch den Lebenslauf variieren, da jede Stelle ein anderes Anforderungsprofil
hat.
Was noch in der Bewerbungsmappe nicht fehlen darf:
- Lichtbild (gute Qualität, nicht zu alt)
- Schul- und Ausbildungszeugnisse,
- Zertifikate, Arbeitszeugnisse und Praktikumsbescheinigungen ( in
chronologischer Reihenfolge)
- sonstige Referenzen